Kulturstiftung Würselen startet neu!

Eine lebendige Stadt braucht kulturelles Leben. In Würselen ist viel Kultur zu Hause, Menschen jeder Altersstufe sind selbst kulturell aktiv und/oder beteiligen sich am kulturellen Leben der Stadt. Deswegen hat eine Gruppe von interessierten Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt unter der schwungvollen Federführung des Würselener Politikers und Parlamentarischen Staatssekretärs a. D. Achim Großmann beschlossen, die seit Jahren vor sich hin dümpelnde Kulturstiftung Würselen neu zu beleben. Wie und wodurch das geschehen soll, darüber informiert unter anderem ein gut gemachter Internetauftritt, den man hier besichtigen kann.

Wir von der Burg Wilhelmstein möchten die Aktivitäten und das Engagement um die Stiftung durch eine konkrete Zusammenarbeit unterstützen, indem wir zusammen mit der Kulturstiftung eine Veranstaltung im Rahmen des Sommerprogramms bei uns anbieten. Und zwar wird am 20. August 2011 der in Würselen geborene Akkordeonist, Komponist und Produzent Manfred Leuchter mit handverlesenen Gästen und seiner Band ein Konzert für Sie, uns und die Stiftung geben. Mehr Informationen und die Tickets dazu gibt es hier.

WDR-Lesenacht erneut auf Burg Wilhelmstein

Einmal im Jahr – um die kürzesten Nächte des Jahres herum – veranstaltet der WDR Köln seine Eine literarische Lesenacht. Und zwar am 9. Juli 2011 um 20 Uhr bereits zum zweiten Mal zu unserer Freude mit uns auf der Burg Wilhelmstein. Roger Willemsen und Martin Stankowski präsentieren die Mammutveranstaltung, die bis 3 Uhr in der Frühe dauert und live im Radio übertragen wird. Wer alles weiterhin mitwirkt, wird in Kürze hier bekannt gegeben.

Wer schon einmal wissen möchte, wie die Veranstaltung 2010 so ausgesehen hat, kann die schöne Fotostrecke betrachten, die der WDR in’s Netz gestellt hat. Zur Galerie:

Zu den Tickets für die WDR-Lesenacht 2011 geht es hier.

Tschüs hallo!

Liebe Freundinnen und Freunde der Burg Wilhelmstein,

auch wenn unsere diesjährige Open-Air-Veranstaltungssaison nun vorbei ist, sind wir nicht untätig. Nach einer kleinen Erholungspause arbeiten wir an kommenden Veranstaltungen, die wir Ihnen in Kürze an dieser Stelle vorstellen werden. Bis dahin möchten wir Sie gelegentlich und unrepräsentativ hier auf unserer website mit Tipps zu Events versorgen, die uns auffallen. Es lohnt sich also, ab und zu mal reinzugucken. Dann fangen wir mal gleich damit an.

Am kommenden Freitag, dem 1. Oktober, spielt ein legendärer deutscher Musiker mit seiner aktuellen Band im Aachener FRANZ. Hellmut Hattler, der Kraan-Bassist, der nie stehenbleibt und immer etwas Aussergewöhnliches schafft. Sehen und hören Sie selbst:

Es lohnt sich, hinzugehen. Alle weiteren Infos dazu finden Sie hier.

Eine gute Woche später, am Samstag dem 9. Oktober gibt es ein Konzert mit Christoph Leuchter. Viele Burgbesucher kennen ihn als Leiter des Neuen Chores, der in diesem Jahr auf der Burg bei Sch….wetter ein mitreißendes Konzert spielte. Heute präsentiert er im Industriemuseum Zinkhütter Hof in Stolberg mit seiner Band sein eigenes Programm, das sicher sehr viel von seiner neuen CD hören läßt. Weiterführende Info dazu hier.

Viel Spass dabei wünscht das Team der Burg Wilhelmstein.

Aachen September Special mit Burg Wilhelmstein

Liebe Freundinnen und Freunde der Burg Wilhelmstein,

unsere diesjährige Burg-Saison geht zu Ende. Wir vom Team möchten uns bei den Künstlern bedanken, bei den helfenden Händen vor, auf und hinter der Bühne und vor allem bei Ihnen, unserem Publikum. Wir arbeiten bereits an der Saison des kommenden Jahres, und ab Spätherbst werden wir die ersten Ergebnisse hier auf unserer Seite Ihnen vorstellen. Wenn Sie es solange nicht ohne uns aushalten – was wir uns wünschen, dann besuchen Sie uns doch vom 16.-19.September auf dem Aachener Markt vor dem Rathaus, wo wir Ihnen im Auftrag des MAC und der Stadt Aachen im Rahmen des Aachener September Special weitere schöne Konzerte – wie z.B. das mit den kultigen Bluegrass-Artisten Hayseed Dixie aus USA bei freiem Eintritt präsentieren können.

Mehr zu diesem bei aller Spassigkeit hoch virtuosem Act finden Sie hier und alles zum Programm der vier berechtigterweise so zu nennenden tollen Tage dort. Wir wünschen Ihnen dabei viel Vergnügen.

Konrad Beikircher: Darum ist es am Rhein so schön

Von Ernst Hubert Gier – Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten

Würselen. «…und singt ein Lied dabei». Mit dieser berühmten Zeile aus dem Gedicht «Die Lore-Ley» des in Düsseldorf geborenen Dichters Heinrich Heine stieß die rheinische Frohnatur mit Südtiroler Wurzeln, Konrad Beikircher, auf der Burg Wilhelmstein die Tür zu einem Rheinliederabend der ihm eigenen Art weit auf. Dabei stimmten die begeisterten Zuhörer trotz empfindlicher Kühle mehr als einmal ein Rheinlied – auch unaufgefordert – mit ihm an, nachdem er zuvor hintersinnig und lustig zugleich nachgezeichnet hatte, was der Rhein im Laufe seiner Geschichte so alles hatte über sich ergehen lassen.

Sein Streifzug ging aber nur bis kurz vor Düsseldorf, wobei die Einwohner der Landeshauptstadt gnadenlos, aber nie verletzend, immer wieder ihr Fett abbekamen. Beikircher hatte die herzhaften Lacher seiner aufmerksamen Zuhörer auf seiner Seite.

Obwohl man Dinge, mit denen man aufgewachsen ist, nicht hinterfragt, ging Beikircher ihnen in seinem kabarettistischen Streifzug historisch tief auf den Grund. Was er dabei in verschiedenen Dialekten und auch Sprachen hervor förderte, verleitete die Zuhörer nicht nur zum Schmunzeln, sondern auch zum lauthalsen Lachen, verbunden bei lautstarken Beifallsbekundungen.

Als Meister geistreicher Wortspielereien trumpfte er zwischendurch auch mit spritzigen Kalauern auf. Auf der Suche nach dem Land der schönen Poesie machte er dort, wo der Rhein am schönsten ist, mit einem Lied des Schwaben Georg Schmidt Station. Obwohl es immer «derselbe Driss» ist, machte es Beikircher einen riesigen Spaß, die so oft – auch von Touristen – geschmetterten Rheinlieder inhaltlich auf den Kopf zu stellen.

Dabei veranschaulichte er, dass jedes Rheinlied drei Zutaten hat: Wein, Rhein und Mägdelein. Schöne Frauen beim Wein, daran hatten selbst die Römer zu ihrer Zeit ihren Gefallen gefunden. Beikircher führt eine Lektion Geschichte immer im Gepäck mit sich. Sein römisches Legionärslied hatte durchschlagende Wirkung. Das Publikum kugelte sich vor Lachen.

«Warum ist es am Rhein so schön?» Diese Frage beantwortete er nicht minder fesselnd im Stile eines singenden russischen Kosaken. Konrad Beikircher ein Entertainer par excellence! Es hätte etwas im Programm gefehlt, wenn er sich nicht dem größten Sohn des Rheinlandes, «uns Ludwig (van Beethoven)», gewidmet hätte. Aus lauter Heimweh komponierte er «unter Fehleinschätzung der Marktlage» in Wien Rheinlieder. Heraus sprang am Ende eine Klaviersonate. Und daraus wurde, wie rheinische Musikwissenschaftler herausfanden, «Einmal am Rhein».

Der Kabarettist der alten Schule griff vor lauter Hochachtung selbst zur Geige. Auf seiner Rundreise wurde er begleitet von grandiosen Musikern wie Matthias Raue (Geige, Bratsche, Gitarre, Mandoline, Gesang), Martin Wagner (Akkordeon vom Feinsten) und Hanns Höhn (Kontrabass). Am Ende des Abends, der eine Hommage an das «richtige» Rheinlied und damit zugleich an das Rheinland war, zeigte sich, dass es im Rheinland auch wunderbare und echte Heimatlieder gibt. «Man muss sie nur etwas leiser als gewohnt singen, dann stimmt et!»

Tommy Emmanuel verzaubert seine Zuhörer auf Burg Wilhelmstein

Von Sebastian Dreher – Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten

Würselen. Allein die Art wie Tommy Emmanuel die Bühne betritt, lässt erahnen, mit welcher Power und Dynamik er die nächsten gut 100 Minuten füllen will. Einige leichtfüßige Sprünge, die Hand zum Gruß erhoben, schließlich ein «Guten Abend» mit sympathischem «Outback»-Akzent. Der australische Ausnahmegitarrist und Entertainer lässt es mit seinem ersten Song «Angelina» noch ruhig angehen – doch jeder im Publikum erkennt sofort, mit welcher Klasse von Musiker er es zu tun hat.

Emmanuel, der schon als Vierjähriger mit dem Gitarrenspiel begann und zwei Jahre später auf nahezu professionellem Niveau spielte, war Anfang der 80er Jahre Mitglied der damals sehr populären Band «Dragon», später Begleitmusiker von Tina Turner und mit Stars wie Eric Clapton, Stevie Wonder und Michael Bolton auf Tour.

Kostenlos in Lippstadt

«Als ich meinem damaligen Manager sagte, dass ich eine Soloplatte nur mit Gitarre aufnehmen möchte, hielt der mich für verrückt», lässt Emmanuel die gut 1000 Zuhörer auf Burg Wilhelmstein über die Anfänge seiner Solokarriere wissen. «Glücklicherweise ließ mich ein Freund in seinem Studio in Lippstadt aufnehmen – und das kostenlos.»

Auch das erklärt die enge Verbundenheit mit seinen deutschen Fans, die er im Lauf des Konzertes mehrmals liebevoll «meine deutschen Kumpels» nennt. Doch all diese Vertrautheit kann nicht die Tatsache verdecken, den wahrscheinlich besten Gitarristen des Erdballs vor Augen und Ohren zu haben, dessen Stil so vielfältig ist, dass er sehr treffend mit «quer durch den Garten virtuos» beschrieben werden kann.

Das bluesige «Just an old fashioned lovesong», das klassisch anmutende «Borsalino» und das furiose, flamencohafte «The hunt» geben einen Eindruck dieser vielen Facetten. Eine Interpretation von «Somewhere over the rainbow» verfehlt ihre Wirkung ebenso wenig wie ein Medley aus Beatles-Stücken von «Day Tripper» bis «Here comes the sun».

Gesprochene Texte sowie eine ohne Gitarrenbegleitung gesungene Ballade sorgen bei vielen Zuschauern für Ergriffenheit. Spätestens bei den für Tommy Emmanuel typischen Percussioneinlagen, bei denen er mit Händen, Schlagzeugbesen und Kopf auf Gitarre und Mikrofon einhämmert, geraten die Besucher vollends ins Schwärmen.

Der Weg hört nicht auf

Auch Veranstalter Ulli Pesch – übrigens selbst mit der Gitarre durchaus vertraut -, ist begeistert. «Vor zwei Jahren kamen nur 500 Zuschauer zu seinem Konzert. Dieses Mal hätten wir noch viel mehr als die 1000 Tickets verkaufen können. Wir haben sogar Bestellungen aus China bekommen.»

Außer Frage steht, dass Tommy Emmanuel in seiner 40-jährigen Bühnenkarriere stetig nach oben geklettert ist und jetzt als Musiker und Entertainer in seinem künstlerischen Zenit steht. «Der Weg hört erst auf, wenn man mich ins Grab legt», nennt der Künstler sein Motto. Das lässt auf viele Konzerte in der Zukunft hoffen. Hoffentlich wieder auf Burg Wilhelmstein.

Saisonabschluss auf der Burg: Dracula kommt!

Ganz viele Menschen kennen Bram Stokers Geschichte des blutsaugenden Grafen Dracula, und ganz viele Leute kennen auch die formidablen Audio-Cassetten und Bühnen-Hörspiele der Drei Fragezeichen. Wo liegt hier die Verbindung? Bei Oliver Rohrbeck! Die Fragezeichen ohne Rohrbeck gibt es quasi gar nicht (Die Fünf Freunde auch nicht, aber das nur nebenbei). Daneben ist er als Schauspieler, Synchronsprecher und Hörbuchinterpret sehr erfolgreich, aber auch als Projekt-Initiator. Dies hier ist eines seiner Projekte: die Lauscher-Lounge. Mit eben der Geschichte des klassischen Blutsaugers. Ebenfalls als Bühnenhörspiel mit allem, was dazugehört, Musik, Geräuschemacher und natürlich den bis ins Mark (k)rei(s)chenden Stimmen. Und da ist in dieser Inszenierung wahrlich nicht gespart worden. Erleben Sie Gänsehaut pur mit 6 deutschen Hollywood-Star-Synchronstimmen live, nämlich mit

Das ist zum Abschluß unserer Veranstaltungs-Saison auf der Burg ein echtes Grusel-Highlight – wenn man dieses Wortspiel bei einer so düsteren Angelegenheit überhaupt wagen kann. Es beginnt natürlich bei Sonnenuntergang, und der ist am kommenden Samstag, dem 28. August um 20:26 Uhr. Die Tickets gibt es hier.

Hagen Rether: Scharf, zynisch oder bittersüß

Von Elisa Zander – Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten

Würselen. «Ich habe den Tipp von Götz Alsmann bekommen, der hat gefragt: „Warst du schon mal in Würselen? Das ist toll, die machen da Picknick“.» Zum Beweis halten einige Zuschauer ihre vollgepackten Körbe hoch. Hagen Rether ist angetan. Auch er hat etwas für den Hunger zwischendurch dabei. Fünf Bananen liegen auf dem schwarzen Flügel, der neben einem Drehstuhl das einzige Objekt auf der Bühne der Burg Wilhelmstein an diesem Abend ist. Mehr braucht der Mann für seine Show nicht. Das, was hier zählt, sind Worte, mal scharf geschossen, mal bittersüß, mal zynisch.
Zuschauer aus der Städteregion und weit darüber hinaus, aus Köln, Hannover, sogar den Nachbarländern Belgien und Niederlande, sind sie angereist, um das Programm «Liebe» zu sehen. Nach eindeutigen Gründen für die Wahl des Titels sucht man in den gut drei Stunden nahezu vergeblich. Zwischen den Zeilen wird man eher fündig, es bleibt Platz für Interpretation. Denn Hagen Rether ist kein Kabarettist im klassischen Sinne. Auf seichtes Geplänkel oder Anekdoten von Frauen im Bauhaus wartet man (dankenswerterweise) vergeblich. Natürlich wird hier auch gelacht, aber das, was den schick herausgeputzten Mann ausmacht, ist seine Kunst, Gesellschaftskritik zu vermitteln.

Weltgeschehen im Plauderton

Es ist intelligentes Kabarett, das Hagen Rether bietet. Im smarten Plauderton nimmt er durchdacht und ohne Hast, voller Sarkasmus, Ironie und Angriffslust, das Weltgeschehen auseinander.

Nichts ist vor dem Zyniker sicher: Ob die Katholische Kirche, Wirtschaftskrise, Ökologie, die Medien, politische Machtkämpfe oder das Verlangen der Gesellschaft der Individualität des Menschen den Gar auszumachen – Hagen Rether spricht unverblümt das aus, was er denkt. „Der Ratzinger watscht alles ab, was nicht katholisch und hetero ist. Der arbeitet hundertprozentig für die andere Seite.“ Dass, was Hagen Rether versucht, ist, seinem Publikum zu zeigen, in welcher Welt es lebt. „Wenn die Banker an der Wallstreet Bärte gehabt hätten, wäre die Aufmerksamkeit der Welt dort und nicht im Irak gewesen. Wir schaffen uns ein Feindbild und wer nicht in das Klischee passt, der ist auch kein Widersacher.“ „Denkverbot“ nennt es Hagen Rether.

Ein Mentalitätsproblem

Auch das System Deutschlands wird von ihm auseinandergenommen, wenn er mit hintersinnigem Humor „entlarvt“, dass Rechts- und Linksextremismus in der BRD in einen Topf geworfen werden. „Linke Gewalt ist, wenn Porsche angezündet werden, aber rechte Gewalttäter werfen Asylanten aus der U-Bahn.“

Und um die Crux noch zu verstärken, erzählt er, dass Menschen, die einen Polizisten in Deutschland angreifen, mit zwei Jahren Haft rechnen müssen. Wird das Dienstauto angezündet, stehen fünf Jahre Gefängnis an. „Wir haben in Deutschland ein Mentalitätsproblem.“

Offensichtlich. Und damit niemand es merkt, „werden wir mit Geschichten über Kachelmann und Sauerland abgelenkt“.

Drei Stunden lang hält Hagen Rether der Gesellschaft den Spiegel vor. Nüchtern, fast emotionslos konfrontiert er sein Publikum mit ungeschönten Tatsachen und übergießt es mit intelligenten Schlüssen.

Entsprechend ist zu Weilen die Reaktion der Besucher. Wenn Hagen Rether in einer Parodie auf Herbert Grönemeyer und dessen Hit „Männer“ – nach knapp 80 Minuten greift der Pianist erstmals in die Tasten – mit der Frage „Wann ist ein Mann ein Mann“ eine Antwort sucht und traurige Wahrheiten über Frauen erzählt, dann lachen die Zuschauer. Frauen übrigens gleichermaßen wie Männer. Sie lachen über Beschneidung, ungleiche Gehälter, sexuelle Gewalt.

Hagen Rether gibt dem Gelächter Kontra: „Das ist nicht lustig.“ Und das meint er nicht komisch, sondern vollkommen ernst. Doch bei allem Weltschmerz ist der 40-Jährige Optimist, der glaubt, wenn jeder nachdenkt und sich nichts vordenken lässt, wird es besser. Er gibt Anstoß und zeigt selbst, wie es geht, indem er Haltung zeigt und Stellung bezieht. Und dann wird klar, warum das Programm Liebe heißt: Es ist die Liebe zur Wahrheit.

Tommy Emmanuel: Nur noch Restkarten für’s Konzert erhältlich

Gerne geben wir eine Info weiter, die uns erreichte.

For your information:
Tommy received the Medal of the Order of Australia
So on the Jumbotron at Times Square in the heart of New York this picture was shown several times.

Ja, Tommy Emmanuel ist einer der besten, wenn nicht DER beste (Akustik)-Gitarrist der Welt, mehrfach Grammy-nominiert und 1999 von der Gitarren-Legende Chet Atkins mit dem „certified guitar player“ Preis ausgezeichnet, was bisher nur 3 (drei!) Künstlern in unserer Welt (Jerry Reed, Steve Warner and John Knowles) zuteil wurde. Und ein glänzender Entertainer ist er auch. Sein Beitrag zur Abschlußgala der Olympischen Spiele im Stadion von Sydney vor 2,5 Milliarden Fernsehzuschauern war einer der großen Höhepunkte seiner bereits beinahe 40jährigen Künstlerlaufbahn. Dabei wurde er viermal vorher schon zum besten Gitarristen Australiens gewählt, wo er auch sonst Stadien füllt – allein, mit seiner Gitarre. Er tourte und arbeitete bisher u.a. mit Mega-Stars aus der Liga Sir George Martin, Stevie Wonder, Eric Clapton, Michael Bolton, Olivia Newton-John und natürlich Tina Turner, um nur einige zu nennen.

Seine Fans scheuen keine weiten Reisen, um ihn auf der Bühne mit seiner machmal auch perkussiven Gitarren-Kunst zu erleben. Und so sind seine Konzerte oft auch an Pilgerfahrten erinnernde Ereignisse, bei denen man schier übermenschliche Fingerfertigkeit und Grenzen sprengende Musikalität erlebt, die einen auch schon mal in’s australische Outback, in die Welt der Aborigines, entführen, ohne dass man dann noch von da zurück möchte – umwerfend und spirituell! Für das Konzert mit ihm gibt es nur noch ein Kontingent von Restkarten, und zwar hier.

Götz Alsmann: Ganz große Kunst

Von Stefan Schaum: Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten

Würselen. Den Kasper gibt er gern. Doch können all die Kapriolen am Klavier nicht darüber hinwegtäuschen: Hier wird leichtfüßig Kunst gemacht. Ganz große sogar. Nahtlos knüpft der jüngste Auftritt von Götz Alsmann auf Burg Wilhelmstein an seine früheren Triumphe an. Es treffen sich: Eine furios auftretende Combo und ein Publikum, das komplett aus dem Häuschen ist. Nicht mal der Regen trübt das schöne Bild.

Kuschelig im Halbrund

Kuschelig wird es im ausverkauften Halbrund. Eng hocken die Zuschauer in den Sitzreihen vor der Bühne, damit möglichst viele unterm Zeltdach Platz finden. Wer dort nicht unterkommt, spannt den Schirm auf. Und hat einfach Spaß an der Show, denn was der Tausendsassa mit der Haartolle bietet, ist durchweg furios.
«Engel oder Teufel» fragt der Münsteraner im Titel des aktuellen Programms. Die Antwort bleibt er schuldig. Denn er ist beides: Der Beelzebub der Bossa nova, der Serafim des Swing. Sollte in diesem Mann der Teufel stecken, kann die Hölle nicht so übel sein. Zumindest klingt sie dann super.

Im Grunde ist der Schlagerjazz der Truppe hemmungslos nostalgisch, doch wird er derart lässig präsentiert, dass aller Staub im Nu verfliegt. Deutsche Texte aus Wirtschaftswunder-Tagen schmiegen sich an flotte Rhythmen, die Füße wippen und Münder lächeln lassen. Und immer wieder gibt es Szenenapplaus.
Wenn Altfrid Sicking in höllischem Tempo mit vier Klöppeln über sein Vibraphon hinwegfegt, wenn Markus Paßlick in seiner Percussion-Bude grinsend ein exotisches Geräusch-Gimmick hervorkramt oder Rudi Marhold ein Solo aufs Schlagzeug hämmert. Hübsch zusammengehalten wird das von Michael Müllers geschmeidigen Bassläufen.

Wie ein Derwisch

Dabei ist Musik nur die halbe Miete. Denn für den Entertainer Alsmann gehört das gesprochene Wort unbedingt zum Vortrag. Wie ein Derwisch kommt er zwischen den Liedern übers Publikum. Erzählt herrlichen Unsinn von seiner Zeit im Ponyzirkus von Buffalo Bill und von fiesem Mehltau auf dem Kasseler-Braten, redet sich in Rage, dreht auf, springt umher, steigert das Sprechtempo noch einmal, bevor er auf den Klavierschemel hüpft und die überschüssige Energie in die Tasten drischt. Wild ist das. Meisterlich.

Dass hier Vollblutmusiker zu Werke gehen, ist jederzeit spürbar. Selbst der Ukulele, diesem kleinen Ding aus der Südsee, entlockt er Töne, die die Zuhörer verzaubern. Töne, die wie alles sind an diesem Abend: Irgendwie ulkig, lustvoll gespielt und einfach anrührend. Dabei kleckert Alsmann nicht. Der klotzt. Satte zweieinhalb Stunden lang bedient er seine Zuhörer, gibt lange Zugaben. In «seiner» Stadt. «Oh, Du mein Würselen» verabschiedet er sich von der vertrauten Kulisse. Und es ist klar: Der kommt wieder. Unbedingt.