Nach dem „Höhner“-Konzert – ist vor dem „Höhner-Konzert“

Vor gerade einem Monat hat die Kölner Kultband „Höhner“ die Besucher auf der Freilichtbühne zum wiederholten Male zum Toben gebracht. Es war sofort klar, dass die Senatoren der KG Au Ülle die „Höhner“ auch für das Jahr 2018 wieder für die Freilichtbühne verpflichten würden. Und so kommt die Band in einem Jahr, am 5. Juli 2018, wieder auf die Burg.

Der Ticketverkauf erfolgt überwiegend über den Verein. Ein Kontingent an Tickets kann jedoch über unsere Seite gekauft werden, und zwar hier!

Electro Deluxe phénoménal

Also, normalerweise berichten wir ja nur kurz und möglichst objektiv über die Atmosphäre vor und hinter der Freilichtbühnenkulisse und den Auftritten unserer Künstlerinnen und Künstler.

Aber in Sachen Electro Deluxe werfen wir dann mal Ausnahmsweise unsere selbstauferlegte, persönliche Zurückhaltung und Bewertung über Bord. Warum? Weil das ein Hammerauftritt war und das französisch-amerikanisch musizierende Fachpersonal an diesem der Abend total begeisterte.

Was die 7 Jungens da fast zwei Stunden an musikalischem Feuerwerk auf der altehrwürdigen Bardenberger Heimatbühne abbrannten, war einfach nur grandios! Angeführt vom extrovertierten Sänger James Copley heizte die Band vom Start aus so richtig ein! Schlagzeug, Bass und Keyboard legten den Grundrhythmus und Trompete, Posaune und Saxophon bliesen so den Marsch, dass man den Eindruck hatte, es sei windig. Zwar bewies ein Trio aus dem Septett bei einem Stück, dass es auch leise und gefühlvoll kann, aber gleich danach ging es auch schon wieder so richtig ab, mit lautem, schnellen Funk und Soul. Pure Energie. Pure Spielfreude. Und zum musikalisch absolut perfekten Auftritt ohne Pause, Punkt und Komma, passte auch die optische Unterstützung durch eine exquisite pointierte Lichtshow.

Die Ankündigung „Electro Deluxe, das ist ein perfekt eingespielte Einheit, die Spaß macht.“ war wohl eher noch zurückhaltend formuliert. Und gemessen an der Resonanz des abendlichen Burgpublikums, das mittanzte, mitsang und jubelte, waren wir vom Team Burg Wilhelmstein offensichtlich nicht die einzigen Begeisterten unter der Zeltplane.

 

Team liebt Anna

Das haben wir uns gedacht. Dass das schön wird, mit der Anna Depenbusch. Sie hat uns dann auch direkt mal ihre Freunde vorgestellt. Und Nachbarn. Musikalisch jedenfalls. Mit tollen Liedern. Und mit Hilfe einer wirklich exquisiten Band. Allen voran Multiinstrumentalistin Anne de Wolff mit 7 (?) verschiedenen Instrumenten sowie mit dem Gitarristen Ulrich Rode, der besonders beim Song „Engel“ ein teuflisch gutes Solo hinlegte. Dazu Sönke Reich am Schlagzeug, der dann auch schon mal mit einer alten Schreibmaschine den Takt angibt, kongenial flankiert von Bassist Oliver Karstens.

Kess ist sie, die Anna. Mit ihren Songs und mit ihren Geschichten. Überhaupt, mit ihrem ganzen Auftreten, sodass sogar die Cowboys im Publikum stehend mitsangen.

Und dann war da noch das Beziehungsgeflecht mit Tim, der Tina liebt, doch Tina liebt Klaus. Und das von Ron, Ronja und Sonja, und die Geschichte mit Peter, Paul und Anna… Also, wir hätten da noch ´ne Strophe: „Team liebt Anna“. Und Band.

Soulcats, Köster, Hocker – joot wor ett!

Die Kölner „Allstar Band“ um Bernd Delbrügge gab sich nach 25 (!) Jahren mal wieder die Ehre auf Burg Wilhelmstein. Der (Zitat) „groovenden Hit-Verwerter glänzte mit einer exquisiten, frischen Programm Mischung“. Und das Programm ist schnell erzählt: „fette Beats, funky Hornsection und exquisite vocals: Dancefloor zum Abheben.“ Quer durch die Rock- und Pop Geschichte wird da mit ordentlich Druck „eingesoulcatstet“ gecovert. Die Soulcats mit tollen Musikern bieten sowatt von guter Laune Musik, dass das Burgpublikum Stück um Stück in Partylaune versetzt wurde.

Und on top des kurzweiligen gute Laune Heimatabends sind es die Kölner Urgesteine Gerd Köster und Frank Hocker, die ihren eigenen, besonderen musikalischen Stempel im zweiten Teil aufdrückten und Erinnerungen z.B. an die Kultband „Piano has been drinking“ aufkommen ließen. Joot wor ett! Rischtisch joot!

@Bernd: nää, datt kann schon gut sein, datt da ´ne Pfau war, der über die Zuschauer im oberen Rang anno dazumal stolziert ist, und dem Jert nachhaltig in Erinnerung geblieben ist. Ob er da watt besonderes zu sich genommen hat, also der Jert, datt wissen wir nitt mehr. Ever dä Pfau, den jab ett tatsächlich!

Experimente auf der Burg

Buwipolitik ist es seit jeher, dass sich das Konzertprogramm weniger am Mainstream, sondern mehr an qualitativ Hochwertigem orientiert, was zum Teil eher weniger bekannt ist. Das ist immer auch ein Experiment bei dem man nicht weiß, wie es letztlich ausgeht und ob ein kulturelles Highlight bei unserem Burgpublikum ankommt, oder nicht.

Bokanté sieht sich ebenfalls als ein Experiment. Die neue Formation mit großartigen und erfolgreichen Musikern, die mit vielen anderen wesentlich bekannteren Musikgrößen musizieren, präsentierte nun ihr erstes Album: „Strange Circles“. Die 8-wöchige Tour führt dabei nur zweimal nach Deutschland und davon einmal auf unsere Burg. Sehr zur Freude der Truppe, die das mehrfach auch abseits des Scheinwerferlichtes unterstrich.

Lyrisch angeführt von der ausdrucksstarken Frontfrau Malika Tirolien aus Guadeloupe zeigten die 8 Musiker aus den USA, Kanada, Japan und Schweden mit eigenen Soli ihre große Klasse. Die drei Perkussionisten gaben ihre individuellen Rhythmen facettenreich zum besten, genauso individuell wie die 5 Gitarristen um Michael League. Und immer wieder Malika Tirolen, die mit ihrer Sangeskunst den vielseitigen Sound der spielfreudigen Band ergänzte.

Man habe einen Tag vorher in der Nähe von Monschau zusammengesessen, gekocht, gegessen und Musik gemacht. Mehr als 11 Stunden. Und einmal mehr erlebt, wie so viele Musiker aus unterschiedlichen Länder mit ihren Talenten eine wunderbare Einheit erschaffen, erzählte Michael League. Bis hierhin kann man sagen: Experiment geglückt!

Wir hätten Bokanté viel mehr Besucher gewünscht, denen das besondere Musikerlebnis sicher auch sehr gut gefallen hätte. Aber wer weiß, als „Langzeit Experiment“ angelegt, könnte der Weg Bokantés auf unsere Bühne dann sicher noch einmal führen. Denn viele von denen, die die Band an diesem Abend erlebt haben, werden sicher Werbung machen…

Nordische Flügelschläge auf Burg Wilhelmstein

Na, das ist ja gerade noch einmal gut gegangen. Fünf Minuten vor seinem eigenen Konzert erreichte Helgi Jonsson die Freilichtbühne. Seine Posaune – ein Geschenk seiner Eltern zum 13. Geburtstag – war so verbogen, dass an spielen nicht zu denken war. Was Helgis Gemüt sichtlich eintrübte und auch Gattin Tina Dico nicht verborgen blieb.

Die Eheleute aus Island und Dänemark waren schon öfter gemeinsam zu Gast auf Burg Wilhelmstein, wobei Tina Dico immer im Mittelpunkt stand. Dieser Abend nun, war Helgis Abend. Zusätzlich begleitet von Schlagzeugerin und Sängerin Marianne Lewandowski sowie Gitarrist Pétur Ben präsentierte er Lieder seines letzten Albums „Vaengjatak“ (Flügelschlag). Aber auch Coversongs und Lieder von Tina durften nicht fehlen.

Und es wurde wie immer, wenn Helgi und Tina zu Gast bei uns sind, ein wundervoller Abend. Das Publikum war an diesem Abend hingerissen von der außergewöhnlichen Musik, die ihnen das Quartett bescherte. Mit viel Gefühl, Leidenschaft, überraschenden Arrangements, wunderbaren Stimmen und Stimmungen.

Und mit Posaune!

Denn die hatte auf Vermittlung des Burg Teams noch kurz vorher der in Herzogenrath Kohlscheid ansässige (laut Helgi) „beste Posaunen-Reparateur Europas“ Markus Leuchter reparieren können. So gut, dass sie jetzt noch besser klingt wie vorher – meinte der überglückliche Multiinstrumentalist.
Ein Grund mehr, wiederzukommen… 😉

Grazie mille, Pippo!

Was für ein schöner Abend. Der sizilianische Liedermacher Pippo Pollina gab sich die Ehre. Zusammen mit dem Palermo Acoustic Quintett versprühte er italienisches Flair mit einer Mischung aus Geschichten und Musik. Dem Burgpublikum an diesem Abend schenkte er seine Gedanken, Lebensphilosophien und launigen Erlebnisse – auf Deutsch! Denn die wenigsten verstanden italienisch, wie auf Nachfrage des Barden herauskam.

Alles drehte sich an diesem Abend um die Hoffnung, „in einer Zeit, die immer komplexer und dunkler zu werden scheint“. Pollina und Band gaben ein musikalisch sehr abwechslungsreiches, zweistündiges Konzert, von Balladen bis hin zu fast schon rockigen Stücken. Am Ende standen die Besucher/innen ganz nah am Bühnenrand und erlebten die besondere sizilianische Atmosphäre noch unmittelbarer.

Es war ein wirklich sehr schöner Abend.

Fire on the floor!

Was für ein Auftakt in die #buwi2017 Saison! Nach dem traditionellen „Blind Date“ am Freitag, folgte mit Beth Hart ein weiteres musikalisches Highlight.

Es war ja schon ein richtig schwül heißer Sommertag, an diesem 27. Mai 2017.  Aber das hielt die Vorgruppe um Gary Hoey nicht davon ab, mit kräftigem Bluesrock die Gemüter weiter aufzuheizen. Der halbstündige Auftritt des Gitarrenvirtuosen in Anlehnung an Musikgrößen wie Johnny Winter, sorgte direkt mal für richtig gute Stimmung unter dem Zeltdach.

Und nach einer rasant kurzen Umbaupause war sie dann wieder da, zum mittlerweile 3. Mal: Beth Hart. Zusammen mit Jon Nichols (Gitare), Bob Marinelli (Bass) und Bill Ransom (Schlagzeug) sorgte sie für reichlich „Fire on the floor“, so wie der Titel ihres neuen Albums es verspricht.

Schon früh im Jahr waren alle Karten für das Konzert restlos vergriffen. Und wer die US-amerikanische Sängerin auf unserer Freilichtbühne zwei Stunden erleben durfte, mit ihrer Stimme, ihrer Bühnenpräsenz und ihrer Ausdruckstärke, weiß, warum es über unsere Region hinaus eine große Fangemeinschaft gibt. Und die wurde an diesem Abend wahrlich nicht enttäuscht!

Immer wieder gab es standing ovation und am Ende sogar Geschenke von den Fans. Watt willste mehr als Künstler/in? Und als Veranstalter zum Start in eine neue Saison…?!

#buwi2017

Götz Alsmann und das Vermächtnis von Big Bobby Bingo

Man schreibt das Jahr 1965. Der kleine Götzi begleitet seine Mutter zu einer Otto-Versand-Modenschau, die von keinem geringerem als Big Bobby Bingo musikalisch begleitet wurde. Etwas schüchtern erzählte Götzi Bingo von seinem Traum, ein großer Musiker am Broadway zu werden. Big Bobby Bingos erste Reaktion zeigte wohl, dass er für solcherlei Träume wohl wenig übrig hatte. Trotzdem schenkte er Götzi ein Kladde mit Musiknoten von Nat King Cole. Es war der Beginn einer langen musikalischen Reise, die mit Musikaufnahmen im Blue Note Musikstudio in New York ihren vorzeitigen Höhepunkt fand.

Wobei, Höhepunkte sind auch immer wieder Konzerte, die die Götz Alsmann Band immer wieder auf Burg Wilhelmstein präsentiert. Da spielt eine famose Kapelle mit raffinierten und ausgefeilten Arrangements ganz fein auf. Angeführt von einem Herrn mit Tolle, dessen Traum es immer schon war, einmal Pianist in rosa Joppe auf Burg Wilhelmstein zu sein. Seit vielen Jahren immer wieder ein Highlight auf der Freilichtbühne, mit viel Musik und großem Spaß!

Was uns aber an diesem Abend besonders berührt hat, war die Hommage an unseren lieben Freund Uli Pesch, mit dem die Band und insbesondere Götz Alsmann viele Jahre lang eng freundschaftlich verbunden war. Und die Freundschaft zwischen Burg-Team und Künstlern hat weiter Bestand.

Götz Alsmann widmete das Konzert unserem im letzten Jahr leider viel zu früh verstorbenen Uli, der die Freilichtbühne zu dem gemacht hat, was sie heute ist.

Wir sagen Danke. Team Burg Wilhelmstein.

Lokale Heldentaten

Nach dem in diesem Jahr erstmals erfolgten Online-Voting mit fast 9.000 (!) Stimmabgaben war es nun endlich soweit. Die drei Gewinnerbands gaben ihre musikalische Visitenkarte auf der Freilichtbühne Burg Wilhelmstein ab.

Zuerst hieß es T.E.A. time. Mit ihrem „Britpoprock“ eröffnete die Aachener Band einen launig musikalischen Abend. Es folgte Dcseven, mit ihren Ausdruck starken Sängerinnen Sandra „Missi“ Wainwright-Schneider und Heike Nebel. Die wahrsten Sinne des Wortes „ausgezeichnete“ Band musizierte stilistisch im Bereich Funk/ Soul. Und zum Schluss die Gewinner des Votings: Katortz. Bass, Gitarre, Schlagzeug und Regler hoch! Das Trio heizte noch einmal gewaltig ein und den Reststaub aus den Brettern unserer ehrwürdigen Freilichtbühne.

Drei lokale Heldenbands mit drei unterschiedlichen Musikstilen, die allesamt der unbedingte (Spiel)Spaß an der Musik verbindet. Und nun auch ein musizieren auf Burg Wilhelmstein.