Hans Brings: Chef, Ex-Vereinspräsident, Autodidakt
Hans Brings: Chef, Ex-Vereinspräsident, Autodidakt

„Da waren diese einzigartigen Momente auf der Burg. Als der Stolberger Jazz-Trompeter Christoph Titz das Publikum in seinen Bann zog. Oder der Gitarrist Johnny Clegg. Oder der belgische Musiker Tots Tielemans und der Buena Vista Social Club.“ Hans Brings, Kulturmanager der Burg Wilhelmstein seit 2015, hat schon vor 25 Jahren mit der Kulturarbeit begonnen und spätere Größen wie die Brings oder Götz Alsmann oder Liedermachen wie Hannes Wader und Franz-Josef Degenhardt in den Würselener Kultur- Bahnhof geholt. Damit bewies er das Näschen, das er braucht, um das Sommerprogramm auf der Burg zum Erfolg zu führen. Dabei war für den Diplom Sozialarbeiter, der bis zum stellvertretenden Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung die Karriereleiter in der Verwaltung heraufgeklettert war, Kultur schon immer auch Hobby. Jetzt jongliert er mit dem Geld, das ihm Sponsoren und sein Arbeitgeber, die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEW) für die Stars gibt, die auf der Bühne des alten Gemäuers auftreten sollen. Falls die angebotene Gage nicht reicht, verhandelt er und gewinnt. Wie bei Max Mutzke, der längst andere Gagen verlangt, als Hans Brings zahlen könnte. Mutzke kommt trotzdem nach Würselen, nicht zuletzt, weil er die Atmosphäre auf der Burg kennt. Er war nämlich schon in Würselen. Wie so viele andere. Das ist das Erfolgsrezept von Brings: „Künstler zu verpflichten, bevor sie zu groß und teuer werden. Das ist die Kunst.“ Oder das richtige Näschen haben. Das hat er besonders von seinem Vorgänger Ulli Pesch vermittelt bekommen.

 

Anna Hermes: Verwaltungskräftig, Ticketing, Anchorwoman bei Filmevents
Anna Hermes: Verwaltungskräftig, Ticketing, Anchorwoman bei Filmevents

Anna Hermes verkauft die Tickets auf der Burg. Sie sitzt im Holz-Häuschen am Eingang kurz vor den Konzerten. Da verkauft sie die letzten Karten. Die Veranstaltungskauffrau liebt den Zauber auf der Burg. „Wenn der letzte Akkord auf der Bühne gespielt ist, bevor der Applaus aufbrandet, gibt es einen Wimpernschlag Stille. Das ist ein magischer Moment“, sagt Anna und strahlt dabei über das ganze Gesicht. Das ist ihr Lohn. Der Lohn, den niemand bezahlen kann.

Seit zehn Jahren ist Anna Teil des Teams, das die Burg im Sommer zum Leben erweckt.

Bevor eine Band oder ein Comedian kommt, gibt es einiges zu tun, zu erdenken, zu planen, Tickets zu verkaufen. „Jedes Jahr wieder gibt es kleine Änderungen, im Ablauf, im Verkauf. Das alles merkt das Publikum nicht. Aber alles wird reibungsloser. Das heißt für uns Arbeit“, sagt Anna Hermes, die vor allem die Kinoabende auf der Burg mag. „Endlich zeigen wir zehn Filme in der Saison. Wir haben auf der Burg soviel Luxus im Open Air Kino – überdachte Sitzplätze, leckere Gastronomie, tolle Streifen – dass ich mich freue, dass mit zehn Filmen im Sommer auszukosten“, erklärt Anna.

Geduldig erklärt sie alle Fragen. Jedem. Geduldig lächelt sie die Zuschauer an. Vor allem solche, die um kurz vor 20 Uhr kommen und sich beschweren, keine Sitzplätze mehr zu bekommen, wenn die Veranstaltung um 8 beginnt. „Wir haben keine Platznummerierungen. Wir versprechen unserem Publikum tolle Veranstaltungen. Keine garantieren Sitzplätze“, sagt Anna und weiß, „dass dem Zauber der Burg jeder verfällt. Wer erst Mal in den Reihen sitzt, hatte vielleicht vorher schlechte Laune.“ Aber sobald die Atmosphäre den Zuschauer gefangen nimmt, ist jeder Ärger verflogen.

 

Micha Abt-Okudzeto: Programmgestakter, Linker, Bayern Fan
Micha Abt-Okudzeto: Verantwortlich für den technischen Ablauf

„Mit unserem Programm fordern wir unser Publikum.“ Micha Abt-Okudzeto ist freier Produktionsleiter vom Sommer-Programm auf Burg Wilhelmstein. Seit 2004. Seitdem stellt er mit seinen Chefs ein qualitativ hochwertiges Programm zusammen. Mit Überraschungen. Mal kommen unbekannte Künstler, die schnell bekannt werden, wie Götz Alsmann. Mal kommen Größen wie Marla Glenn oder der Buena Vista Social Club. „Aber es ist niemals der Mainstream, den wir holen“, scheint das Erfolgsgeheimnis einfach. „Ich habe in Berlin Schlagzeug studiert. Dann habe ich als Tourmanager unter anderem von Toto, Mano Chao und Emir Kusturica Erfahrungen gesammelt und Kontakte geknüpft“, erzählt der Wahl-Aachener. Im Winter tourt er immer noch mit Künstlern, in den anderen Jahreszeiten begleitet er das musikalische Programm der Burg. „Die Events auf der Burg sind ganz anders als andere Events.“ Was heißt das? „Unser Team ist besonders. Die Burg ist besonders.“ , sagt Micha. „Bei uns ist das Catering so besonders, dass es sich in den Kreisen längst rumgesprochen hat“, sagt Micha lächelnd und verrät sonst nichts.

 

Manfred Zitzen
Manfred Zitzen – Geschäftsführer Stadtentwicklung Würselen GmbH & Co KG

Manfred Zitzen ist der Chef von allem. Als Geschäftsführer der Stadtentwicklung Würselen GmbH & Co KG ist er seit 2003 auch für die Belange des Kulturbüros der Freilichtbühne Burg Wilhelmstein verantwortlich.  Was heißt verantwortlich – er hält uns den Rücken frei, wenn einmal besondere Veranstaltungen geplant werden, die – wie so häufig – etwas risikobehaftet sind. Ohne ihn wären die Afro Cuban Allstars nie in Würselen aufgetreten. Viele andere Künstler hätten einen Bogen um die Freilichtbühne machen müssen und das Programm auf der Freilichtbühne würde ein Allerweltsprogramm sein. Ist es aber nicht. Auch wegen ihm!

 

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Heinz Wirtz: Architekt, Bauingenieur, Maurer, Verputzer, Fliesenleger, Schlosser, Installateur, Bandbetreuer

Er ist Hausmeister auf Burg Wilhelmstein: Heinz Wirtz. Als der gelernte Maurer und Maler in dem historischen Gemäuer arbeiten sollte, „war die Bühne noch aus Splitt“, erinnert er sich. Das war 1989. Erst drei Jahre später wurde von ihm die Holz-Bühne gebaut, damit die Künstler auf einem ebenerdigen Untergrund stehen konnten. Und trocken, denn über der Bühen gab es dann auch ein Dach. „Die Zuschauer saßen im Regen, wenn es regnete“, erzählt Heinz. Der ist froh, nicht an einem Schreibtisch sitzen zu müssen. „Ich mag meine Arbeit sehr.“ Seine Arbeit ist alles, was mit der Burg zu tun hat. Da baut er mal neue Toilettenanlagen oder Duschen. Da schneidet er die Büsche. Da kümmert er sich um die hölzernen Sitzbänke. Und um die Künstler. „Wenn nachts der Tour-Bus ankommt und der Fahrer war noch nie auf der Burg, ruft er mich an, wenn er auf der Aachener Straße ist“, sagt Heinz Wirtz, als sei das, was er tut, normal. „Ich fahre dann hin, hole ihn ab und trinke danach noch mit ihm einen Kaffee.“ Das kann bis um 5 Uhr dauern. Und am nächsten Morgen ist Heinz wieder um 7 Uhr in der Burg. Schließt auf. Damit alle Vorbereitungen für den Abend getroffen werden können.

Es gab immer wieder besondere Momente auf der Burg. „Wenn die Höhner spielen, dann ist es wie Karneval. Oder als der Buena Vista Social Club da war. Das war so toll. Daran erinnere ich mich wirklich gerne.“ Irgendwie erinnert er sich an alles gerne. Der 1957 geborene Hausmeister auf der Burg.

 

Jupp, stellvertrender Hausmeister
Jupp Karhausen: stellvertretender Hausmeister

Hausmeistergehilfe Jupp Karhausen lächelt die Zuschauer an. „Ich bin ständig auf der Burg.“ Josef Karhausen ist Mädchen für alles. Er macht sauber, er jähtet das Unkraut, er lächelt die Zuschauer an, wenn die an ihm vorbei zur Toilette gehen. „Ich bin der erste, der kommt und der letzte, der geht“, sagt der Würselener, der Hausmeistergehilfe ist. Als gelernter Glas- und Gebäudereiniger hat Jupp ein Händchen für vieles. Das Programm auf der Burg liebt der 1953 Geborene: Die Musik, die Kinofilme, die Comedians.

 

NN: Soundgott, taub aber fröhlich
Reinhold Scharbau: Soundgott, taub, mitunter fröhlich

Reinhold Scharbau regelt den Ton auf der Burg. Seit 15 Jahren. Das ist immer wieder eine  Herausforderung. „Der Ton und der Sound sind in diesen alten Gemäuern immer abhängig davon, wer am Mischpult sitzt und wieviele Zuschauer wo sitzen“, weiß der Erkelenzer längst. Gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Max Dormann leuchtet er die Bühne und die Künstler aus. „Diese Arbeit macht großen Spaß, weil sie so abwechslungsreich ist“, sagt Max, Fachkraft für Veranstaltungstechnik. Abwechslungsreich? „Das Publikum. Die Künstler. Die Hallen. Die Herausforderungen“, sagen beide unisono. Ein Tag in der Burg ist für beide lang. Reinhold und Max kommen als erste und gehen als letzte.

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Max Dormann: macht´s pointiert hell und bunt – oder dunkel…

 

 

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Tom und Petra Emonds – „unsere“ Köche von der „Kochnische“ in Aachen, die unsere Künstler/innen verwöhnen

Der Grund, wofür immer wieder Künstler zurück zur Burg möchten, liegt nicht an den horrenden Gagen, die wir immer wieder zahlen. Auch nicht an dem Publikum, dass die Künstler von der ersten Minute an fühlen lässt, dass sie nicht nur willkommen sind, sondern sie auf einer Woge der Begeisterung tragen möchte. Es liegt ganz einfach und banal: am Essen! Was Tom und Petra den Künstlern und der Crew an kulinarischen Genüssen vor, während und nach jedem Auftritt in den Backstage zaubern, ist schlichtweg Klasse! Das vergisst keiner und kommt dementsprechend gerne wieder. Das ist unser Pfund!

 

NN & NN: schöner Empfang
Sabrina Gormanns & Aki Hensel: Empfang
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Gina Brings & Phillip Thielemann: Empfang
NN: Burg Roadie
Marvin Orlowski: Burg Roadie
NN: Burg Roadie
Gerhard Mrazek: Burg Roadie

Es fehlen: Lukas Hamonajec, Roadie; Fabian Breidenbach, Roadie; Marcel  Wirtz, Roadie; Joel Brings, Einlass; Ralf Pauli, Burgberichterstatter