Musikalische Botschafter werden auf der Burg gefeiert

Von Sabine Rother – Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten

Würselen. Die Welle der Sympathie war bereits 2010 warm und intensiv. Auch diesmal wird die kongolesische Band «Staff Benda Bilili» beim weltmusikalisch geprägten Festival von Burg Wilhelmstein euphorisch begrüßt – gute Freunde, auf die sich offensichtlich alle gefreut haben. Acht Musiker, vier von ihnen im Rollschuhl, einer auf hohen Unterarm-Krücken. Sie tragen die schwer erträglichen Spuren der Kinderlähmung, die in ihrem Land selbst heute noch für großes Elend sorgt. Aus der Straßenmusikergruppe wurde eine international anerkannte Formation, die mit ihren Einnahmen gleichfalls betroffene Menschen ihres Landes unterstützt und wichtige Aufklärungsarbeit leistet.Acht Musiker, vier von ihnen im Rollschuhl, einer auf hohen Unterarm-Krücken. Sie tragen die schwer erträglichen Spuren der Kinderlähmung, die in ihrem Land selbst heute noch für großes Elend sorgt. Aus der Straßenmusikergruppe wurde eine international anerkannte Formation, die mit ihren Einnahmen gleichfalls betroffene Menschen ihres Landes unterstützt und wichtige Aufklärungsarbeit leistet.

«Très, Très Fort» («Sehr, sehr stark»), der Titel ihres Albums (2009), bleibt neben dem Band-Namen (aus dem Lingála: «Das Verborgene sichtbar machen»), die Devise dieser Band, die den Soukous – die kongolesische Rumba – stilistisch sicher und in einer sehr persönlichen, inzwischen hörbar gereiften Ausdruckskraft mit allem verbindet, was die afrokubanische Musik zu bieten hat. Rhythmus, enorme Lebensfreude, Leidensfähigkeit, der Wille, für eine bessere Zukunft zu kämpfen, andere aufzurütteln – das sind nur einige Facetten ihrer klar verständlichen Botschaft.

Die acht Musiker bleiben beständig in Bewegung, tanzen, lachen und sind höchst konzentriert. Die starken Songs werden durchzogen vom hohen Klagelaut der Satongé-Laute, einem aus einer Kanne selbstgebauten, elektronischen Instrument, das der in sich gekehrte Roger Landu meisterhaft einsetzt.

Ein Abend wie aus einem Guß, der in allen Gefühlsfarben funkelt. Bald wird vor der Bühne feurig getanzt, stimmen Bandleader Leon «Ricky» Likabau und Mitgründer Cocos Ngambali den letzten Song an. Die Burg ist in Bewegung. Nach über 100 Non-Stop-Minuten ist der Höhepunkt erreicht, das Publikum, darunter zahjlreiche Behinderte, denen mit Unterstützung der Heemann-Stiftung der Konzertbesuchr erleichtert wurde – bedankt sich mit einem großen glücklichen Applaus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.