Konzert

Axel Prahl & Das Inselorchester Blick aufs Mehr


Burg Wilhelmstein
Online-VVK: (inkl. aller Steuern, Ticket- und Bearbeitungsgebühren) 38.30 € vorbei

Wenn Axel Prahl – der medial Traumquoten erzielt und Traumnoten von der Kritik wie vom Boulevard bekommt – seit 2011 zur Gitarre und zum Mikrophon greift, hat das nichts mit dem Wunsch nach öffentlicher Abrundung einer, seiner Karriere zu tun: Es ist einzig einem bislang leider sträflich vernachlässigtem Bestandteil des eigenen Lebensentwurfes geschuldet.

Als Achtjähriger bekam Axel die erste Gitarre aus einem schwachbunten Quelle-Katalog, als Dreizehnjähriger träumte er davon, mal eine Schallplatte zu machen, als junger Mann versucht er sein Glück mit einem Musikstudium auf Lehramt in Kiel, um es dann doch zunächst lieber als Straßenmusikant in Spanien finden zu wollen. Doch „Gut Ding will Weile haben“! Nun war es soweit. Axel Prahl hat, 51-jährig, sein erstes Album „Blick aufs Mehr“ herausgebracht und gibt dazu Konzerte. Doch er singt nicht irgendwas! Prahl singt Prahl. Er singt, was aus der eigenen Feder und dem eigenen Erleben entsprungen ist – mit Blick aufs Mehr.

Seine Band ist ein kleines handverlesenes Orchester von Musikern, die in der deutschen Rock-, Jazz – und Klassikszene einen klangvollen Namen und eine Menge Erfahrung einzubringen haben. Allen voran Danny Dziuk, der das Ansehen von Stoppok (längst, mit einigen Klassikern) und jenes von Annett Louisan (unlängst, mit ihrem aktuellen Album) befördert hat, aber auch der Beliebtheit von Hauptkommissar Frank Thiel – eher unbemerkt – mit einigen Musiken in der Tatort-Historie unaufdringlich behilflich war. Der Musiker Prahl räsoniert (mit „Blick aufs Mehr“) und randaliert (als „Cosmopolitano“), säuselt und seufzt („Wieso bist du immer noch da?“). Er ist bissig bis blauäugig brav, rührt, verführt und taucht (als “Wilde Welle“) uns in ein höchst vergnügliches, heiß-kaltes Wechselbad der Gefühle.

Prahl und seine Musiker verzaubern uns mit einer Melange musikalischer Stilmittel, was dann so gar nicht beliebig ist. Das einzig Ärgerliche an der ganzen Sache ist, dass man es erst jetzt zu hören bekommt! Das sollte man allerdings nicht verpassen.