Das rheinische Universum

Er war wieder da: Konrad Beikircher. Ein von uns sehr geschätzter Künstler und Freund, der schon seit vielen Jahren Gast auf unserer Freilichtbühne war. Die Erinnerungen daran reichen weit zurück und sind eng verbunden mit dem Namen Uli Pesch. Dem Kulturmanager der ersten Stunde, der leider viel zu früh im Jahr 2015 verstorben ist, widmete Konrad den launigen Erzählabend auf der Burg.

In seiner typischen Art berichtete Beikircher von seinem favorisierten Konzept einer Trilogie, mit dem vor vielen Jahren versucht hatte, die Rheinländer in ihrem Wesen und Gebaren zu beschreiben. Und für einen Moment sah es so aus, als sei alles gesagt. Der Druck stieg, als es um ein neues kabarettistisches Programm ging und Konrad partout nichts mehr einfallen wollte.

Letztlich aber war es das rheinisches Universum, das als stetige Inspirationsquelle immer neue Anekdoten und Geschichten zutage führte. Bis heute. Und die wollen erzählt werden! Ohne den Faden zu verlieren. Häärlisch!

Damit setzt sich die Trilogie im 53sten Jahr zum mittlerweile 14. Teil fort. Und Fortsetzung folgt. Hundertprozentig. Dann auch sicher wieder auf der Burg…

Konrad Beikircher kommt wieder auf seine Burg!

Da ist er wieder! Im 20. Jahr kommt Konrad Beikircher am 22. Juni 2018 auf seine Burg. Unzählige Programme hat er seit 1992 bei uns aufgeführt und dabei viele tausend Besucher begeistert.

Das war für uns der Ansporn, ihn noch einmal auf die Freilichtbühne zu holen. In diesem Jahr kommt Konrad Beikircher mit seinem Kabarett-Programm „Passt schon“.

Tickets gibt es hier!

Konrad Beikircher

Mit der Zeile aus dem berühmtesten Gedicht von Heinrich Heine, in der obendrein ein rheinischer „Ausrutscher“ vorkommt (hochdeutsch korrekter wäre „dazu“ statt „dabei“, das aber kennt der Rheinländer nicht, außer in der Bedeutung, dass „da“ etwas „zu“ ist oder sein soll), leitet Konrad Beikircher ein – sein vielleicht hintersinnigstes, lustigstes und schönstes! – Programm ein, das dem Rheinlied gewidmet ist.

In einem äußerst vergnüglichen kabarettistischen Streifzug von Willy Schneider bis Hans Moser zeigt er, wie viel diese Art von Musik miteinander gemein hat: egal, ob sie in Hamburg, Köln, Rüdesheim, München oder Wien beheimatet ist: et es immer dersellbe Driss! Und es macht einen Riesen-Spaß, wenn man diese Rundreise mit so grandiosen Musikern macht wie es Matthias Raue (Geige, Bratsche, Gitarre, Mandoline, Gesang), Martin Wagner (Akkordeon vom Erlesensten) und Hanns Höhn (Kontrabass) sind. Die Weinseligkeit zu zelebrieren (damit die Touristen mehr trinken), die scheinheilige Heimatdus(s)eligkeit zu zerpflücken (die vom echten Heimatgefühl so weit weg ist wie Drachenblut von richtigem Wein) und so zu zeigen, was unser armer alter Rhein alles mitmachen muss, ist um so unterhaltsamer, als Beikircher nie nur vorführt. Im Gegenteil: am Ende des Abends zeigt sich, dass es im Rheinland wunderbare und echte Heimatlieder gibt – man muß sie nur etwas leiser als gewohnt singen, dann stimmt et! So gesehen ist dieser Abend die einzig mögliche Hommage an das richtige Rheinlied und damit zugleich an das Rheinland überhaupt.

Konrad Beikircher (Gesang, Geige, Gitarre)
Matthias Raue (Geige, Bratsche, Mandoline, Gesang)
Martin Wagner (Akkordeon)
Hanns Höhn (Kontrabaß)

27.08.2010, 20:00 Uhr auf der Burg Wilhelmstein


Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung gibt es auch unter
http://beikircher.de

„Am schönsten isset, wenn et schön is!“

Konrad Beikircher und die Burg Wilhelmstein – seit dem 9.9.1992 eine ununterbrochene wunderbare Freundschaft!

Das neue Programm vom Beikircher ist der zehnte Teil der Trilogie, der quasi unendlichen Geschichte aus dem rheinischen Universum. Hier dreht sich die Erde immer noch anderseröm, hier gibt es immer noch vielerlei zu bestaunen. Ob das der Coniunctivus prophilacticus ist, die Möglichkeitsform, die Aktivitäten ankündigt und gleichzeitig ihre Infragestellung wenn nicht gar ihre eigene Entschuldigung ist – als solcher ist er eine Unterform des tätigen Konjunktivs; ob das die geniale Relativ-Verschränkung ist, die der Rheinländer dem Lateiner abgeguckt hat oder ob das andere Fallgruben der rheinischen Grammatik sind – immer ist es höchst vergnüglich, diesen Dingen auf den Grund zu gehen. Die Frage, ob Porz schön ist, wird endgültig beantwortet und vielleicht die Geschichte vom Besuch des Sultans im Rheinland erzählt, wo der doch gar nicht nach Köln kam, sondern in Koblenz abgestiegen ist (da passt das Wörtchen ja auch bestens, oder?!) und das alles nur wegen der Driß-Preußen. Also: Anekdötchen und Geschichten, Grammatik und Völkerkundliches (wie z.B. die Frage: kann man den Charakter einer Gegend an ihren Witzen ablesen?), getreu dem Motto des Programms: Am schönsten isset, wenn et schön is.

Konrad Beikircher

Seit Jahren ist der Kabarettist und Musiker Konrad Beikircher ein gern gesehener und regelmäßiger Gast auf der Bardenberger Burg Wilhelmstein. Dabei drehte und dreht es sich stets um den auch hier ansässigen Menschentyp, den aus dem Rheinland. Mit viel Lokalkolorit gespickt ist Beikirchers Programm, bis ins kleinste Detail kann er den Weg zum Bonner Wochenmarkt beschreiben oder abwertende Kommentare zu Städten wie Dormagen oder Remagen abgeben. Man merkt, dass der Kabarettist (Wahl)-Rheinländer mit Herz und Seele ist. Seine Verdienste um die rheinische Mundart wurden bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet, und Freunde und Sprecher des rheinischen Dialekts sind bei Konrad Beikirchers Programmen gut aufgehoben.

Beikircher kennt sich einfach aus mit diesem Biotop, seinen Menschen und der Sprache. Kein Wunder, dass die «Rheinische Trilogie» mittlerweile schon über neun Teile verfügt. Wie weit sie sich noch ausdehnen wird bleibt abzuwarten, daß sie es tut, kann als sicher angenommen werden. Sicher ist auch eines: Beikircher wird es wohl weiterhin auf die Bardenberger Freilichtbühne ziehen, denn dort trifft er stets auf die Menschen, mit deren Lebensgefühl er sich am meisten identifizieren kann: Die typischen Rheinländer.