The Jazzinvaders – Blow!

In den Niederlanden eine Institution im Jazz – Nu Jazz – Latin, sind die Jazzinvaders hier bisher noch weitgehend unbekannt. Das muß sich schleunigst ändern, denn die Band um Herz, Groove-Direktor und Drummer Phil Martin sind auf ihrer Baustelle Großmeister. Zum Beispiel Rolf Delfos, Alto-Sax, der einen mit Schmackes virtuos zwischen die Augen trifft, aber im nächsten Moment auch die leisen Noten hauchen kann. Oder Jan van Duikeren, einer der besten Jazztrompeter Europas, oder Tom Beek mit seinem super swingenden Solos auf dem Tenor-Sax. Die drei zusammen bilden den messerscharfen Bläsersatz. Erwin Hoorweg am Piano kitzelt mit subtilem Groove und Harmonien nicht nur die Phantasie, sondern auch die Tanzschuhe. Und bei Sängerin Linda Bloemhard reicht schon ihre bloße Präsenz, um dem Ganzen noch eine besondere Note hinzu zu fügen.

The Jazzinvaders – lässig, elegant, kompetent und sehr, sehr unterhaltsam.

Sambodromo – Cross All Over

Wir sind Deutschland, oder so. Denn hervorgegangen ist diese Band ursprünglich aus einem Hamburger Schul-Projekt. Das ist 15 Jahre her, und wenn man heute Sambodromo hört und sieht, glaubt man’s nicht. So mit allen internationalen Wassern gewaschen klingt diese temperamentvolle 11-köpfige Truppe. Eine bühnen-orientierte Formation, die afro-brasilianische und orientalische Rhythmen mischt und mit Latin, HipHop, Rock, Reggae, Ska und Elektronik kreuzt. Songs für alle, lautet die Devise. Stimmen, Gitarren, Bass, konventionelles Drumset, Flutes, Saxes und Keyboards werden benutzt und bilden die Basis für eine perkussive Show der Sonderklasse, live gespielt von inspirierten und involvierten Trommlern auf einer Fülle traditioneller Perkussions-Instrumente . Das hört sich im einen Moment an, als kommt es direkt aus dem Karneval in Rio, im nächsten Moment steht man auf dem Markt in Dakar/Senegal.

Wuchtig und filigran, rhythmisierend und melodisch, spektakulär und verspielt, unglaublich vielfältig, aber nicht eklektisch. Die perfekte Eröffnung!