Zwischen Hawaii und Wilhelmstein

Vienna Teng ist wahrlich eine außergewöhnliche Künstlerin. Die 1978 in Kalifornien geborene Sängerin lässt sich partout in keine Schublade stecken: Ob Folk oder Popp, Klassik oder Jazz; die 32-Jährige fühlt sich in allen Genres zu Hause und ihren musikalischen Vorbildern in besonderer Weise verbunden. „Jeden Tag“, sagt die Klavierspielerin taiwanesischer Abstammung, „denke ich daran, aufzuhören!“ – Warum? – „Weil ich es nie so gut machen könnte, wie sie“, gemeint sind Tory Amos, Billy Joel oder Elton John; alles Musiker, die sich durch den Klang des Pianos einen Namen gemacht haben. So auch Vienna Teng. Ihr Name stammt übrigens wirklich von einer europäischen Hauptstadt ab und ist ein Kniefall an Mozart und Beethoven. Im gleichen Atemzug nennt die in New York lebende Musikerin aber auch den Mandarin Pop der 1960er Jahre als eine wichtige Quelle der Inspiration. Mozart, Beethoven, Mandarin: da kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Im Jahr 2008 veröffentlichte Vienna Teng ihr jüngstes Album „Inland Territories“. Eine Liedsammlung, die in ihrer erzählerischen Kraft keine Hörwünsche offen lässt. Am 15. August präsentiert sie gemeinsam mit ihren Bankollegen Alex Wong und Ward Williams das Album live auf der Burg. Auftakt der Tournee ist übrigens auf Hawaii: Von Maui auf die Burg. Freuen Sie sich drauf.

Vienna Teng – Inland Territory

Die Amerikanerin chinesischer Abstammung Vienna Teng ist in Deutschland mittlerweile kein Geheimtip mehr. Ihre erste auch hier veröffentlichte Platte “Dreaming Through The Noise” mit der Radio-Hitsingle „Whatever You Want“ erfreute sich sofort großer Beliebtheit und weckte immenses Interesse. Und das wird auch von der aktuellen Produktion nicht enttäuscht. Irgendwo zwischen Folk und Pop, mit Einflüssen aus Klassik und Jazz, siedelt Vienna Teng selbst ihre Musik an. Die seit eineinhalb Jahren in New York lebende Sängerin liebt die Vielfalt, die sie von überall annimmt und zu Eigenem verarbeitet. „Inland Territory“ handelt von Persönlichem und beschäftigt sich mit verschiedenen geopolitischen Szenarien. Teng denkt sich in andere Menschen und Schicksale hinein, reflektiert Familie, Beziehungen, letztlich ihre Existenz. Sie ist eine pragmatische Philosophin, erhebt ihre Stimme, erzählt Geschichten und bezieht Position. Das macht „Inland Territory“ zu einem bewegenden Programm, das sich klar und mit Anspruch vom popmusikalischen Alltag abhebt. Zumal live im Zusammenhang mit den Glanzpunkten der vorangegangenen Alben und gemeinsam mit ihren superben Musikern setzt Vienna Teng ihre bisherige Entwicklung fort, in eine Richtung, die sie zielstrebig in das Pantheon des großen amerikanischen Songwritings führt.

15.08.2010, 20.00 Uhr auf der Burg Wilhelmstein