Konzert

Ed Motta Criterion of the Senses


Burg Wilhelmstein
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Authentizität ist eine Illusion. Eine hübsche, aber doch nur ein Trugbild. Die wenigsten Dinge lassen sich für uns „hinsichtlich der Echtheit gesichert und daher zuverlässig“ einordnen, letztlich bestimmt unsere persönliche Wahrnehmung, was wir als authentisch empfinden. Und schon landen wir im neurobiologischen Reich der Sinne, einer weitgehend unerforschten Wunderwelt, die Herz und Hirn durch Hören, Sehen und Fühlen stimuliert. „Criterion of the Senses“, der neue albumformatige Erfahrungstempel des brasilianischen Soul-Sultans Ed Motta, setzt genau hier an. Es ist das dreizehnte Album des Sängers und Multiinstrumentalisten und seine Rückkehr zum „AOR“ – mit dem hoch gelobten Album gleichen Namens, „das beste Steely-Dan-Album, das nicht von Steely Dan selbst stammt“ (Die Welt), war Ed Motta vor fünf Jahren Vorreiter der weltweit wachsenden Faszination mit „Adult Oriented Rock“, auch als „Yacht Rock“ bekannt. Neulich erst zeichnete er für die von Record Collector bis Mixmag als „essential“ gerühmte Compilation „Too Slow To Disco Brasil“ verantwortlich.

„Ich bin ein Sammler“, gesteht Ed Motta, keine Neuigkeit für seine 450.000 Facebook-Freunde. „Am offensichtlichsten wird das bei Schallplatten – ich besitze gut 30.000 LPs – und vielleicht noch beim Wein. Für mich gehört meine Plattensammlung zu meiner Persönlichkeit, es ist das, was mich dazu bewegte, Musik zu machen, zum Klavier oder zur Gitarre zu gehen und einer von ihnen zu sein. Ich will das machen, was ich selbst so gerne höre.“ Wie er das tut, zeigt sich besser denn je auf „Criterion of the Senses“. Es sind nur acht Stücke, diskrete vierzig Minuten, also perfekt für zwei LP-Seiten, aber jedes einzelne davon birgt ein Universum. Das Klangspektrum reicht von Soul über Fusion bis Funk und Soft Rock, gründlich und leidenschaftlich eingespielt und produziert im Estudio Marini, Studio A Casa und Ed Mottas eigenem Dwitza, allesamt in Rio de Janeiro. Die Namen der Musiker mögen Westeuropäern wenig sagen, ihr musikalisches Können allein erklärt, warum man sie in Brasilien seit den Siebzigern verehrt. Sie geben den ausnahmslos von Ed Motta komponierten, getexteten, arrangierten und produzierten Stücken mit ihren Soli und auch im eng verzahnten Ensemble-Spiel genau die sinnliche Qualität, die er selbst als Zuhörer schätzt.

Mit Ed Motta (Fender Rhodes / Vocals) kommen noch Matti Klein (Piano, Keys), Yoràn Vroom (Drums), Laurent Salzard (E-Bass) und Arto Mäkelä (Guitar).

Hier ein Ausschnitt aus seinem neuen Album:


#buwi2019